Das Magische Drei­eck der Geld­anlage:­ Nach­haltig invest­ieren

Lesezeit: 6 Minuten  

                                     

Was bringt mir meine Geldanlage? Wie wahrscheinlich ist es, dass ich meine Einlage zurückbekomme? Wie kurzfristig kann ich über mein Geld verfügen, wenn ich es brauche? Das „Magische Dreieck der Vermögensanlage“ hilft Anleger*innen bei ihrer Investmententscheidung. Für viele kommt mittlerweile aber eine vierte Frage dazu: Ist mein Geld nachhaltig investiert? Wir klären für Sie, wie Sie die Anworten finden – und aus dem Dreieck ein Viereck machen.

Rendite, Sicherheit und Liquidität entscheiden

Drei Faktoren sind für Anleger*innen in einem Invest­ment relevant:

  • Rendite/Rentabilität: Die Rendite stellt den jährlichen Ertrag eines Investments –Zinsen, Dividenden, sonstige Ausschüttungen, Kursgewinne oder Mieteinnahme – in Verhältnis zum Kapitaleinsatz.
  • Sicherheit/Risiko: Je sicherer eine Geldanlage, desto geringer ist das Risiko, dass die Einlage am Ende der Laufzeit nicht vollständig zurückgezahlt wird. Die Sicherheit eines Finanzproduktes ist u.a. abhängig von der Zahlungsfähigkeit des Schuldners, der Kursentwicklung der Anlage oder der Entwicklung des Währungskurses.
  • Liquidität/Verfügbarkeit: Je kurzfristiger und bequemer investiertes Geld wieder als Bargeld oder Bankguthaben zur Verfügung steht, desto liquider ist eine Geldanlage.

Das Verhältnis dieser drei Faktoren wird als „Magisches Dreieck der Geldanlage“ bezeichnet. Für viele Investor*innen ist es die Grundlage ihrer Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Anlage oder Anlageform.

Die perfekte Vermögens­anlage gibt es nicht

Eine Investition ohne Risiko mit hoher Rendite, bei der man jederzeit auf sein Geld zugreifen könnte – das wäre die perfekte Vermögensanlage. Die drei Faktoren im magischen Dreieck konkurrieren aber miteinander: Geldanlagen mit hoher Sicherheit und schneller Verfügbarkeit sind wenig rentabel. Geldanlagen mit hoher Rentabilität und hoher Sicherheit sind nicht liquide. Geldanlagen mit hoher Rentabilität und schneller Verfügbarkeit sind riskant. Die Zielkonflikte im magischen Dreieck werden noch offensichtlicher, wenn man das Investment aus Sicht des Schuldners betrachtet: Für ein Unternehmens, das sich finanzieren möchte, wäre es optimal, Geld langfristig für einen niedrigen Zins zur Verfügung gestellt zu bekommen, ohne dem Anleger Sicherheiten geben zu müssen.

Jede Kapital­anlage erfordert Kompromisse

Um die gegenläufigen Interessen von Anleger*innen und Unternehmen mit Finanzierungsbedarf zusammenzubringen und den inhärenten Zielkonflikt zu lösen, verlangt jede KapitalanlageKompromisse. Anleger sollten ihre Investments nach ihren persönlichen Anlagezielen priorisieren: Wie wichtig ist die Rendite? Ist sie wichtig genug, um das damit verbundene Risiko einzugehen? Kann ich im schlimmsten Fall einen Verlust verkraften? Wie sehr bin ich auf das Geld, das ich investieren möchte, angewiesen? Wie lange kann ich darauf verzichten? Das sind die Fragen, die man auf jeden Fall vor einer Investitionsentscheidung für sich beantworten muss. Was klar sein sollte: Ein Produkt mit einer hohen Rendite ist sehr wahrscheinlich auch ein Produkt mit hohem Risiko oder einer sehr langen Kapitalbindung. 

Aus magischem Dreieck wird nach­haltiges Viereck

Neben Rendite, Sicherheit und Liquidität gewinnt ein weiterer Aspekt für Anleger*innen zunehmend an Bedeutung: die Nachhaltigkeit des Investments. Damit verändert sich der Entscheidungsrahmen um eine Dimension: Das magische Dreieck wird zum „nachhaltigen Viereck“ der Geldanlage. Das Kriterium der Nachhaltigkeit bietet Raum für ganz neue Anlageformen. Privatanleger ziehen dabei an einem Strang mit Firmen und Stiftungen, die ihre Nachhaltigkeitsziele auch bei der Finanzierung berücksichtigen möchten.

Nach­haltigkeit läuft außer Konkurrenz

Die gute Nachricht: Nachhaltigkeit konkurriert mit keinem der anderen Faktoren des magischen Dreiecks. Sprich: Wer Geld nachhaltig einsetzt, muss nicht mehr Risiko oder weniger Rendite in Kauf nehmen. Investor*innen und Unternehmen können mit nachhaltigen Investments die gleichen Ziele erreichen wie mit herkömmlichen. Und eines noch dazu: Sie erzeugen mit ihrer Anlage einen Mehrwert – ökologisch, ökonomisch und sozial – und kommen ihrer ethischen Verantwortung nach: Denn wir müssen vertreten können, wie unser Geld wirkt – als Gesellschaft und als Individuen.

Persönliche Anlage­strategien lassen sich wirkungs­orientiert umsetzen

Es gibt verschiedene Ansatz­punkte, wie Investor*innen ihre persönliche Anlage­strategie auch im Hin­blick auf Nach­haltigkeit entwickeln können:

  • Positiv- und Negativlisten sorgen dafür, dass ihr Geld in Wirtschaftssektoren eingesetzt wird, die sie unterstützen möchten. Die Anlage- und Finanzierungsgrundsätze von ethischen Banken wie der GLS Bank sehen unter anderem solche Ein-und Ausschlusskriterien vor.
  • Der Best-in-Class-Ansatz setzt auf Unternehmen, die in ihrem jeweiligen Sektor im Vergleich zu den anderen Akteuren die ESG-Ziele (Link) am besten umsetzen.
  • Das Impact-Investing als Direktinvestition ermöglicht es Anleger*innen, den positiven Beitrag, den ihr Geld leistet, unmittelbar zur verfolgen.

Wer investiert, kann Neues entstehen lassen. Investiertes Geld bewirkt etwas – und zwar da, wo es hinfließt. Warum? Die, die Lösungen für unsere gesellschaftlichen Herausforderungen entwickeln, sind nicht notwendigerweise die, die das Kapital für die Umsetzung haben. Viele nachhaltige Projekte können nur realisiert werden, wenn Investor*innen ihnen die Chance dazu geben: mit ihrem Geld.  

Sie suchen eine Kapitalanlage mit einem positiven Impact haben, die Sie mit Ihren Werten vereinbaren können? Dann schauen Sie sich die Projekte der GLS Crowd an.

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