Diese Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie als Anleger*in in Fonds investieren Bild: Foto von Vlada Karpovich

Investieren in Fonds: Wie, warum und für wen interessant?

Investmentfonds sind eine interessante Anlage. Sie sollten aber zur Anlagestrategie passen. Ingo Küpper, Senior Referent im Angebotsmanagement der GLS Bank, erklärt in Teil 2 unseres Interviews zum Thema Investmentfonds, worauf Anleger*innen bei dieser Assetklasse achten sollten – besonders dann, wenn Aktien im Spiel sind. Das Interview fand im November 2021 statt.

Der Artikel soll Ihnen dabei helfen, die Risiken eines Investments besser zu verstehen. Die Aufzählung einiger Risiken hat keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit. Beachten Sie daher bitte in jedem Fall die generellen Risikohinweise einschließlich der „Hinweise des Plattformbetreibers“ sowie die jeweiligen angebotsspezifischen Risikohinweise im Rahmen der einzelnen Investitionsangebote. Bitte beachten Sie außerdem: Das Einstellen eines Investitionsangebotes auf der Plattform GLS Crowd stellt keine Investitionsempfehlung dar. Die in diesem Interview zum Ausdruck gebrachten Meinungen spiegeln nicht zwangsläufig die Meinungen der GLS Crowdfunding GmbH wider.

Was sind die Vorteile von Investmentfonds?

Der klare Vorteil von Fondsanteilen gegenüber Geld, das festverzinst auf einem Sparkonto liegt: Du erreichst in der Regel höhere Renditen. Früher brachte das Sparbuch zwei bis drei Prozent Zinsen. Wir befinden uns aber seit Jahren in einer Niedrigzinsphase (Stand November 2021). Deshalb führt eigentlich kein Weg an Aktien vorbei. Fonds haben dabei gegenüber Investments in Einzelaktien den Vorteil, dass sie das Risiko streuen.

Welche Nachteile gibt es beim Investieren in Fonds?

Der große Nachteil an Aktien ist, dass ihr Kurs schwankt. Der Aktienmarkt geht leider nicht nur stetig aufwärts. Das spürst du dann im eigenen Depot. Der Corona-Crash im März 2020 hat gezeigt, wie schnell es steil bergab gehen kann. Anleger sollten deshalb einen langen Planungshorizont haben, wenn sie in Aktien investieren. Wie bereits erwähnt, streuen Aktienfonds zwar das Risiko. Reine Aktienfonds sind aber dennoch anfällig für Kursschwankungen. Je nach Risikoaffinität oder Anlagehorizont kann ein Mischfonds gegebenenfalls besser für dich geeignet sein.

Wie lang sollte mein Planungshorizont sein?

Es gibt eine Faustregel: Pro 10 Prozent Aktienquote im Depot sollten Anleger einen Planungshorizont von einem Jahr haben. Das heißt, wenn du 100 Prozent deines Geldes in Aktien angelegt hast, solltest du es in den nächsten zehn Jahren nicht unbedingt brauchen. Das gilt für ein Depot mit Einzelaktien und Anteile an Aktienfonds gleichermaßen. Der langfristige Anlagehorizont ist wichtig, weil sich der Wert des Aktienmarktes langfristig nach oben bewegt. Das belegen Aktienindizes wie beispielsweise der DAX. Auch wenn das Depot vielleicht vorübergehend im Minus ist, können Anleger perspektivisch mit einer guten Rendite rechnen. Gerade, wenn du jünger bist und für die Altersvorsorge planst, solltest du ein Investment in Aktien in Betracht ziehen.

„Anleger*innen sollten sich immer fragen, wie wichtig ihnen erstens hohe Renditen, zweitens Verfügbarkeit und drittens ein niedriges Risiko sind“

Wie sieht es mit der Risikobereitschaft aus?

Jede Kapitalanlage erfordert Kompromisse. Anleger sollten sich deshalb immer fragen, wie wichtig ihnen erstens hohe Renditen, zweitens Verfügbarkeit und drittens ein niedriges Risiko sind. Ein Investment, dass alle drei Kriterien erfüllt, gibt es leider nicht. Das ist das sogenannte  „Magische Dreieck der Geldanlage“. Wenn du eine gewisse Rendite haben möchtest, geht das nicht ohne ein gewisses Risiko. Das Risiko bei Aktien besteht aber in der Regel eher in den Kursschwankungen. Es führt selten dazu, dass dein Geld direkt weg ist. Das passiert eigentlich nur bei Einzelaktien. Wer Wirecard-Papiere hatte, hat sein Investment komplett verloren. Ein Aktienfonds streut das Risiko, weil er in viele Werte investiert. Bei einer ungünstigen Marktlage kann er zwar bis zu 40 Prozentpunkte fallen. Wenn du aber den entsprechenden Planungshorizont hast, sitzt du das in Ruhe aus und schaust einfach nicht ins Depot. Kannst du das nicht und schläfst schlecht, sind Aktien nicht das Richtige. 

Für wen eignet sich das Sparen mit Fonds?

Es gibt zwei Möglichkeiten, in Fonds zu investieren: mit einer einmaligen Anlage oder regelmäßigen, kleinen Beträgen. Bei der Einmalanlage wird der gekaufte Fonds im eigenen Depot verwahrt. Gerade für Sparer, die nur geringe Summen zum Investieren zur Verfügung haben, ist das „Fonds-Sparen“ interessant. Auch hier ist allerdings ein langfristiger Anlagehorizont von Vorteil. Als Beispiel: Ein junges Paar hat 100 Euro im Monat übrig. Auf dem Girokonto gibt es dafür keine Zinsen, auf dem Sparbuch nur minimale. Die Alternative: Fonds-Sparen. Die jungen Leute investieren ihre 100 Euro monatlich. Dabei werden mit jeder Anlage automatisch kleine Teilanteile des „besparten“ Fonds gekauft. Über einen langen Anlagezeitraum kannst du so auch mit wenig Kapital gute Erträge erwirtschaften. Ein weiterer Vorteil des Fonds-Sparens: Es gleicht Kursschwankungen aus. Wenn du monatlich investierst, kaufst du mal zu einem höheren Kurs ein und mal zu einem niedrigeren. Über die Zeit gesehen bezahlst du also einen Durchschnittspreis. Und weil du immer den gleichen Betrag investierst, kaufst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile. Das ist der sogenannte „cost-average-effect“.

Das Bild zeigt Ingo Küpper, der für die GLS Bank das Angebotsmanagement betreut.

Ingo Küpper ist seit 2020 bei der GLS Bank im Kundenerlebnismanagement tätig und hier unter anderem für das Angebotsmanagement zuständig. Er hat in Köln Banking & Finance studiert und hat vor der GLS Bank bei verschiedenen Banken, Versicherungen und Unternehmensberatungen gearbeitet. Er lebt mit seiner Frau, seinem kleinen Sohn und seinem Hund in der Nähe von Mönchengladbach und spielt in seiner Freizeit gerne Fußball oder sitzt am Klavier.

Newsletter abonnieren