Das Bild zeigt eine Ananas-Pflanze.

Nach­haltige Unter­nehmen: Investieren in die Zukunft

Lesedauer: 6 Minuten     

Die Idee, wirtschaftliches Handeln nicht nur am Gewinn zu orientieren, hat eine lange Geschichte – und sie ist heute aktueller denn je. Denn im privaten Bereich sein Leben bewusster und nachhaltiger zu gestalten, ist eine Sache. Eine ganz andere ist es, mit einem Unternehmen anzutreten, um im Großen Veränderung zu bewirken. Dazu braucht es Überzeugung und Mut. Beides zusammen bringt Firmengründer*innen immer wieder dazu, für eine bessere Zukunft neue Wege einzuschlagen. Wir geben Ihnen einen Überblick über nachhaltige Unternehmensstrategien. Investieren Sie in die Zukunft: vom Bio-Label als Branchen-Benchmark bis zur Ananas-Zweitverwertung für die Modebranche.

Pioniere im Geist

dm-Gründer Götz Werner ist Überzeugungstäter. Als er 1973 seine Drogeriemarktkette an den Start brachte, stand für ihn fest: Gewinnmaximierung allein legitimiert kein wirtschaftliches Handeln. Sein Unternehmen sollte seinen persönlichen, durch die Anthroposophie geprägten Wertvorstellungen entsprechen. Und genau so entwickelte er es: Transparenz, Inklusion und ökologische Nachhaltigkeit werden bei dm gelebt. dm veröffentlicht Manager*innengehälter, heißt Quereinsteiger*innen willkommen, nutzt das Entwicklungspotenzial jedes einzelnen Mitarbeitenden und setzt konsequent auf Bio-Produkte im Sortiment. Die dm-Hausmarke Alverde war die erste Naturkosmetikmarke auf dem deutschen Markt. Werners Weggefährte der frühen Jahre Götz Rehn gründete 1984 Alnatura, die erste Biomarktkette. Für den amtierenden Geschäftsführer ist wirtschaftliches Handeln ebenfalls ein philosophisches Bestreben. Alnatura versteht er als Arbeits- und Lerngemeinschaft. Wertschätzung der Mitarbeitenden und Respekt gegenüber der Umwelt prägen wie bei dm die Unternehmenskultur. Die Freundschaft von Werner und Rehn hielt nicht. Mit ihrer Unternehmensstrategie blieben die beiden Gründer aber nicht nur ihrer Überzeugung treu. Sie sind auch sehr erfolgreich – das zeigen Kundenumfragen und Bilanzkennzahlen gleichermaßen. Bedauerlich für werteorientierte Anleger*innen: Investitionsmöglichkeit für Privatinvestor*innen gibt es leider nicht. dm-Gründer Götz Werner übertrug seine Unternehmensanteile an eine gemeinnützige Stiftung. Alnatura-Gründer Götz Rehn schlägt den gleichen Weg ein. Beide Unternehmen sind gemeinsam mit dem gesellschaftlichen Wunsch nach ökologischen Produkten und nachhaltigem Konsum gewachsen. Die beiden „Pioniere im Geist“ waren dabei mit unter den Ersten, die den Mut hatten, neue Wege zu gehen und die eigene Wertehaltung auch in ihrem unternehmerischen Handeln spürbar zu machen.

CleanTech-­Startups mit Vision


Mut gehört auch dazu, in neue, nachhaltige Technologien zu investieren, ohne zu wissen, ob sie die Zukunft weisen oder gerade gestartet schon Auslaufmodell sind. Aber genau diesen Mut braucht es, wenn wir eine der größten Herausforderungen unserer Zeit in den Griff bekommen wollen: die Klimakrise. Mit den sogenannten „CleanTech-Startups“ tritt eine ganze Gründergeneration an, um mit sauberen Technologien den Klimawandel zu bekämpfen und Ressourcen zu schonen. Die Welt muss auf erneuerbare Energien umsteigen. Nur: Den Energiebedarf aus nicht-fossilen Quellen zu decken, ist eine komplexe Aufgabe. Denn die Produktion hängt stark von ihrer Verfügbarkeit ab – und die ist bei Sonne und Wind schlecht planbar. Entscheidend für den Übergang zu erneuerbaren Energien ist deshalb die Entkopplung der Energieerzeugung vom Verbrauch durch Speicher. Dafür wäre eine globale Speicherkapazität von gigantischem Ausmaß erforderlich. Das Saarbrückener Startup Kraftblock verfolgt einen alternativen Ansatz:Anstatt industrielle Abwärmein die Atmosphäre zu entlassen oder aufwändig abzukühlen, wollen die Kraftblock-Visionäre sie als Energiequelle nutzen. Dafür hat das Unternehmen ein modulares, skalierbares Wärmespeichersystem entwickelt, das thermische Energie von bis zu 1.300 Grad Celsius aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgeben kann. Allein in Deutschland könnten so 280 TWh Wärmeenergie pro Jahr bereitgestellt werden. Das weltweite Potenzial ist derzeit nicht bekannt. Die Kraftblock-Lösung ist dabei besonders nachhaltig: Das Granulat, das als Speichermedium dient, besteht zu 85 Prozent aus Recycling-Material und hat eine voraussichtliche Lebensdauer von mehr als 30 Jahren.

Besser­macher*innen aus Über­zeugung

Bestehende Produktionsprozesse und vorhandene Produkte zu optimieren und nachhaltig zu machen – darin sehen viele junge Unternehmen ihre Mission. Mit innovativen Ideen, Überzeugung und Gespür für die Bedürfnisse der Kund*innen können sie viel verändern. Ein gutes Beispiel ist die Modebranche. Mit „fair“ und „slow“ bekommt sie die Antwort auf „fast fashion“ und geplante Obsoleszenz: Kleidung ohne eingenähtes Verfallsdatum, produziert mit Rücksicht auf die Umwelt und die Menschen, die sie herstellen. Junge Labels bedienen mit ihrer Slow Fashion den ethischen Anspruch verantwortungsbewusster Konsument*innen, „bessere“ Mode zu tragen. So wie Melawear. Das Unternehmen aus Kassel produziert in Indien – fair, verantwortungsvoll und umweltbewusst. Sein ganzheitlicher Ansatz gilt für den gesamten Produktionsprozess: vom Anbau der Bio-Baumwolle über Färben und Stoffproduktion bis hin zur Konfektionierung. Das Ziel von Melawear ist, Brücken zwischen Europa und den Schwellenländern zu bauen und den fairen Handel mit ökologisch hergestellten Produkten zu fördern. Der Firmenname ist dabei Programm: „Mela“ bedeutet auf Hindi „gemeinsam Handeln“. Auch das britische Start-Up Ananas Anam holte sich die Inspiration für seine Produktidee Pinatex im globalen Süden. Designer beschäftigen sich schon seit längerem mit organischen und nachhaltigen Ersatzmaterialien für tierisches Leder. Pinatex ist eine natürliche Lederalternative aus Zellstofffasern. Ausgangsmaterial für die Produktion sind die Blätter philippinischer Ananas. Besonders nachhaltig ist das Ananasleder, weil die Blätter ein Abfallprodukt der Ananasernte sind.

Ob Pioniere im Geist, CleanTech-Startups oder Bessermacher*innen: Neue Ideen brauchen Kapital, um sich zu entwickeln. Firmen mit nachhaltigen Unternehmensstrategien sind auf Anleger*innen angewiesen, die bereit sind, ihr Geld wirken zu lassen, um die Lösungen von morgen zu finanzieren: Als Startkapitalgeber der ersten Stunde oder Teil des Schwarms. Denn in der Crowd haben auch private Investor*innen die Möglichkeit, schon mit kleinen Beträgen gemeinsam Zukunft möglich zu machen.

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