Person im Bild Tim Ebert von SEPS Solar Projects

Erneuerbare Energien in der Region: Dr. Tim Ebert im Interview

01. Jan. 2023

Seit über 25 Jahren entwickelt das Unternehmen Windparks und Projekte im Bereich erneuerbare Energien. In dieser Zeit hat sich nicht nur der Markt, sondern auch das Verständnis davon, was ein gutes Projekt ausmacht, grundlegend verändert. Im Gespräch erläutert Dr. Ebert, wie sich die Herangehensweise gewandelt hat, welche Rolle regionale Einbindung und Akzeptanz spielen und warum konkrete Projekte wie der Windpark Elbe-Steinlah entscheidend für die Energiewende sind.

 

Dieser Beitrag wurde von der GLS Crowdfunding GmbH als vertraglich gebundener Vermittler gemäß § 3 Abs.2 WpIG der Concedus GmbH für die Plattform GLS Crowd erstellt. Die GLS Crowd ist eine Plattform, die zukunftsweisende, sozial-ökologische Unternehmen und Projekte mit Menschen verbindet, die ihr Geld sinnstiftend einsetzen möchten.

Sie entwickeln seit über 25 Jahren Windparks und andere erneuerbare Projekte. Was machen Sie heute anders als zu Beginn Ihrer Unternehmensgeschichte?

Zu Beginn lag unser Fokus vor allem darauf, Projekte technisch solide und wirtschaftlich umsetzbar zu machen. Heute betrachten wir Projekte deutlich umfassender. Ein gutes Projekt muss langfristig in eine Region passen, nachvollziehbar sein und einen konkreten Nutzen vor Ort stiften.

Deshalb beziehen wir heute Aspekte wie ökologische Verantwortung, regionale Wertschöpfung und die Perspektive der Menschen vor Ort frühzeitig ein. Ein wichtiger Lernprozess war dabei, Beteiligungsmöglichkeiten früher mitzudenken. Wenn Nutzen und Teilhabe klar erkennbar sind, wirkt sich das häufig positiv auf Akzeptanz und Projektverlauf aus.

Herr Dr. Ebert, warum braucht es genau dieses Windpark-Projekt in der Region Elbe-Steinlah?

Die Energiewende wird durch konkrete Projekte vor Ort umgesetzt. Elbe-Steinlah ist ein Beispiel dafür: ein Windpark, der über viele Jahre Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugen kann.

Solche Projekte leisten einen Beitrag zur Energieversorgung und zur Weiterentwicklung des Energiesystems – immer im Rahmen der jeweils geltenden rechtlichen und marktlichen Bedingungen. Gerade in Zeiten intensiver Diskussionen über Energieversorgung wird deutlich, wie wichtig praktisch umsetzbare Lösungen sind.

Viele Energieprojekte scheitern an Genehmigungen oder an der Akzeptanz vor Ort. Wo lagen bei diesem Projekt die größten Herausforderungen?

Die Herausforderungen ergeben sich meist aus dem Zusammenspiel verschiedener Anforderungen: Genehmigungsverfahren, Natur- und Artenschutz sowie berechtigte Anliegen aus der Region, etwa zu Schall, Schattenwurf oder Landschaftsbild.

Wichtig war für uns, diese Themen frühzeitig gemeinsam zu betrachten. Wir haben auf sorgfältige Planung, fundierte Gutachten und einen offenen Dialog gesetzt. Erfahrung zeigt, dass Transparenz und nachvollziehbare Kommunikation die Grundlage für Akzeptanz schaffen können – auch wenn der Projekterfolg nie vollständig planbar ist.

Sie haben eine umfangreiche Projektpipeline und wollen weiter wachsen. Wie stellen Sie sicher, dass ökologische und soziale Standards erhalten bleiben?

Für uns bemisst sich Wachstum nicht allein am Volumen, sondern an der Qualität der Projekte. Entscheidend ist, ob ein Vorhaben fachlich sauber, ökologisch verantwortbar, sozial tragfähig und wirtschaftlich plausibel ist.

Wir prüfen Projekte frühzeitig und verfolgen sie nur weiter, wenn sie diesen Anforderungen entsprechen. Hohe Standards sehen wir nicht als Hindernis, sondern als Grundlage für langfristig tragfähige Projekte – auch wenn wirtschaftliche und marktbedingte Unsicherheiten grundsätzlich bestehen bleiben.

Fazit

Der Ausbau erneuerbarer Energien zeigt sich nicht in abstrakten Zielen, sondern in konkreten Projekten vor Ort. Der Windpark Elbe-Steinlah steht beispielhaft für einen Ansatz, der technische Machbarkeit, ökologische Verantwortung und gesellschaftliche Akzeptanz miteinander verbindet. Entscheidend bleibt, Projekte frühzeitig ganzheitlich zu denken, transparent zu kommunizieren und regionale Perspektiven einzubeziehen – auch unter sich wandelnden rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

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