Mischfonds, Immobilienfonds und Aktienfonds: Was ist was?
Es gibt verschiedene Arten von Fonds:
- Aktienfonds enthalten Aktien von vielen Einzelunternehmen
- Immobilienfonds investieren in Bauprojekte und Bestandsbauten
- Mischfonds halten diverse Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe
- Rentenfonds halten vor allem Anleihen von Unternehmen oder Staaten
Darüber hinaus gibt es noch einige andere, spezialisierte Fondstypen. Fonds sind also ein Überbegriff. Wir sprechen hier von sogenannten offenen Fonds: die ausgegebenen Anteile sind nicht begrenzt, das Fondsvermögen wächst also mit der Nachfrage. Demgegenüber stehen geschlossene Fonds: sie finanzieren ein konkretes Anlageobjekt und sind nach Erreichen eines festgelegten Investitionsvolumens nicht mehr zeichnungsfähig und sind in der Regel nicht handelbar.
Welche Fonds sind denn handelbar?
Im Prinzip ist jeder zum öffentlichen Vertrieb zugelassene, also offene Fonds handelbar. „Handelbar“ bedeutet, dass Investor*innen ihre Anteile jederzeit wieder verkaufen können. Im Zweifelsfall kommt man also schnell wieder an das investierte Geld, das kann je nach Kursentwicklung mehr oder weniger des ursprünglichen Kaufpreises sein.
Was sind Vorteile von Investmentfonds?
Investmentfonds investieren nicht in einen, sondern in viele verschiedene Werte zusammen: verschiedene Unternehmensaktien, verschiedene Immobilienprojekte oder verschiedene Anlageformen. Die meisten Fonds investieren zudem auf der ganzen Welt, wodurch das Risiko noch breiter gestreut wird. Anleger, die Fondsanteile kaufen, diversifizieren ihr Portfolio also automatisch.
Gleichzeitig wird so eine langfristig höhere Rendite erreicht als bei Geld, das festverzinst auf einem Sparkonto liegt. Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass die Aktienkurse im Schnitt stetig hochgingen, auch wenn Krisen die Entwicklungen zwischendurch gehemmt haben. Um langfristig Vermögen aufzubauen, sollte man die Geldanlage in Investmentfonds in Betracht ziehen.
Was mache ich, wenn die Kurse abwärts gehen?
Der große Nachteil an Aktien ist, dass ihr Kurs schwankt. Der Aktienmarkt geht leider nicht nur stetig aufwärts. Das spürt man dann im eigenen Depot. Anlegende sollten deshalb einen langen Planungshorizont haben, wenn sie beispielsweise in Aktienfonds investieren. Wie bereits erwähnt, streuen diese zwar das Risiko. Reine Aktienfonds sind aber dennoch anfällig für Kursschwankungen. Je nach Risikoaffinität oder Anlagehorizont kann ein Mischfonds gegebenenfalls besser geeignet sein.
Wie lang sollte mein Planungshorizont sein?
Es gibt eine Faustregel: Pro 10 Prozent Aktienquote im Depot sollten Anlegende einen Planungshorizont von einem Jahr haben. Das heißt, wenn du 100 Prozent deines Geldes in Aktien angelegt hast, solltest du es in den nächsten zehn Jahren nicht unbedingt brauchen. Das gilt für ein Depot mit Einzelaktien und Anteile an Aktienfonds gleichermaßen. Der langfristige Anlagehorizont ist wichtig, weil sich der Wert des Aktienmarktes langfristig nach oben bewegt. Das belegen Aktienindizes wie beispielsweise der DAX. Auch wenn das Depot vielleicht vorübergehend im Minus ist, können Anlegende perspektivisch mit einer guten Rendite rechnen. Gerade, jüngere Anlegende, die für die Altersvorsorge planen, sollten ein Investment in Aktien in Betracht ziehen.
Wie sieht es mit der Risikobereitschaft aus?
Jede Kapitalanlage erfordert Kompromisse. Anlegende sollten sich deshalb immer fragen, wie wichtig ihnen erstens hohe Renditen, zweitens Verfügbarkeit und drittens ein niedriges Risiko sind. Ein Investment, das alle drei Kriterien erfüllt, gibt es leider nicht. Das ist das sogenannte magische Dreieck der Geldanlage. Wer eine gewisse Rendite haben möchte, muss auch ein gewisses Risiko eingehen. Das Risiko bei Aktien besteht aber in der Regel eher in den Kursschwankungen. Es führt selten dazu, dass dein Geld direkt weg ist. Das passiert eigentlich nur bei Einzelaktien. Wer Wirecard-Papiere hatte, hat sein Investment komplett verloren. Ein Aktienfonds streut das Risiko, weil er in viele Werte investiert. Bei einer ungünstigen Marktlage kann er zwar auch stark fallen. Wer aber den entsprechenden Planungshorizont hat, sitzt das in Ruhe aus und schaut einfach nicht ins Depot. Wer das nicht kann, für den sind Aktien nicht das Richtige.
Für wen eignet sich das Sparen mit Fonds?
Es gibt zwei Möglichkeiten, in Fonds zu investieren: mit einer einmaligen Anlage oder regelmäßigen, kleinen Beträgen als Sparplan. Gerade für Menschen, die nur geringe Summen zum Investieren zur Verfügung haben, kann ein Fondssparplan interessant sein. Auch hier ist ein langfristiger Anlagehorizont von Vorteil. Als Beispiel: Ein junges Paar hat 100 Euro im Monat übrig. Auf dem Girokonto gibt es dafür kaum Zinsen, auf dem Sparkonto nur geringe. Die Alternative: ein Fondssparplan. Die jungen Leute investieren ihre 100 Euro monatlich. Dabei werden mit jeder Anlage automatisch kleine Teilanteile des ausgewählten Fonds gekauft. Über einen langen Anlagezeitraum kann man so auch mit wenig Kapital gute Erträge erwirtschaften. Ein weiterer Vorteil des Fonds-Sparens: Es gleicht Kursschwankungen aus. Wer monatlich investiert, kauft mal zu einem höheren Kurs ein und mal zu einem niedrigeren. Über die Zeit gesehen bezahlst man also einen Durchschnittspreis. Und weil immer der gleiche Betrag investiert wird, kauft man bei niedrigen Kursen mehr Anteile. Das nennt man Cost-Average-Effekt.
Was ist also das Fazit?
Investmentfonds bieten eine attraktive Möglichkeit, das Risiko zu streuen und langfristig höhere Renditen zu erzielen. Durch die Diversifikation in verschiedene Anlageklassen und weltweite Investitionen können Anleger ihr Portfolio automatisch diversifizieren. Trotz der Schwankungen am Aktienmarkt und der Notwendigkeit eines langen Planungshorizonts bieten Fonds eine solide Grundlage für den Vermögensaufbau. Besonders für Sparer mit geringen Beträgen ist ein Fondssparplan eine interessante Option, um langfristig gute Erträge zu erzielen und Kursschwankungen auszugleichen.

Tanja Welcher ist Spezialistin für Investmentfonds bei der GLS Investments. Als Produktmanagerin gestaltet und betreut sie Fondsprodukte, die gezielt ökologische und soziale Wirkung erzielen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung nachhaltiger Investmentlösungen, die sowohl den Bedürfnissen der Kund*innen als auch den werteorientierten Zielen der GLS Bank entsprechen. In ihrer Rolle arbeitet sie mit Schlüsselpartnern und internen Fachbereichen zusammen, um die Fondsstrategien kontinuierlich an aktuelle Markt- und Nachhaltigkeitsanforderungen anzupassen. Ihr Ziel: Wirkung messbar machen und verantwortungsvolles Investieren aktiv mitgestalten.