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Impact Investing: Geld nach­haltig anlegen – mit Wirkung

Lesedauer: 10 Minuten

Nachhaltiges Investieren lohnt sich doppelt: Sie erhalten attraktive Renditen und leisten einen zukunftsweisenden Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel und zu einer lebenswerten Umwelt. Der Markt für Kapitalanlagen, die in sozial und ökologisch verantwortungsvolle Unternehmen investieren, ist in den letzten Jahren überdurchschnittlich gewachsen. Impact Investing ermöglicht es Ihnen, eine messbar nachhaltige Wirkung mit Ihrer Kapitalanlage zu erzielen. Kein Wunder, dass es als Anlageform zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Wirkungs­orientiert Investieren: Vom Nischen­trend zum Wachstums­markt

Übersetzt bedeutet „Impact Investing“ so viel wie „wirkungsorientiertes Investieren“ oder „wirkungsorientierte Geldanalage“. Das Investment zahlt sich dabei nicht nur durch die Rendite aus. Gesellschaftliche, soziale und ökologische Aspekte spielen bei diesen Kapitalanlagen eine mindestens ebenso wichtige Rolle. Das Investment soll etwas positiv verändern: für die Umwelt, für die Gesellschaft, für die Menschen. Bis vor einigen Jahren war Impact Investing noch ein Nischentrend: die visionäre Idee einer kleinen Gruppe von Innovatoren. Heute ist es ein ausdifferenzierter Milliardenmarkt mit großem Wachstumspotential und hoher Dynamik.

Nach­haltige Anlage­strategien: ESG, Best-In-Class und Impact first

Es gibt verschiedene Methoden, die Wirkung eines Investments zu bewerten. Ethische Anlagestrategien setzen dabei den Fokus unterschiedlich:

  • Bei Best-in-Class-Methoden wird darauf geachtet, dass die finanzierten Unternehmen in ihrer jeweiligen Branche Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit sind.
  • Die ESG-Kriterien (Environment, Social und Governance) haben sich seit 2006 als Standard für nachhaltige Anlagen etabliert. Umweltschutz, soziales Verhalten und faire Unternehmensführung stehen dabei als Verantwortungsbereiche von Unternehmen im Fokus der Anleger*innen.
  • Impact-First-Strategien konzentrieren sich auf den sozialen oder ökologischen Ertrag eines Investments. Ohne messbare Wirkung gibt es hier keine Investmententscheidung. Die finanzielle Rendite kommt erst an zweiter Stelle.

Ethische Investments: Glaubens­gemeinschaften als Avant­garde

Ethisches Investieren ist keine Errungenschaft unserer Zeit. Die Idee ist sehr viel älter. Vorreiter waren die Kirchen. Im 18. Jahrhundert fingen Quäker und Methodisten an, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten mit ihrem Glauben in Einklang zu bringen. Methodistenprediger John Wesley veröffentlichte bereits 1760 die erste Liste mit Ausschlusskriterien für Investments. Ende des 19. Jahrhunderts begannen die angloamerikanischen Kirchen damit, Geld nach ethischen Kriterien an den Aktienmärkten anzulegen. 1932 legte der Church of Scotland Trust den wahrscheinlich ersten ethischen Fond auf.

GLS Bank: Die erste sozial-­ökologische Bank

In Deutschland gab es ab den 1970er Jahren eine neue Bewegung: Hier ging es nicht mehr um das gute Gewissen kirchlicher Anleger. Die Frage war, was mit ethisch-motivierten Anlagenstrategien erreicht werden kann. Ab 1970 gründeten sich alternative Geldhäuser.  Anders als ihre traditionellen Mitbewerber legten sie Wert auf die Wirkung ihrer Kredite und Geldanlagen. Vorreiter als „erste sozial-ökologische Universalbank“ war die GLS Bank. Ihr folgten die niederländische Triodos Bank und weitere Häuser, die heute in der Global Alliance for Banking on Values engagiert sind. Dass wirkungsorientierte Investments die gleichen Renditen erwirtschaften können wie herkömmliche Anlagen, stellte zu diesem Zeitpunkt die Mehrheit der Gesellschaft noch infrage.

Welt­weite Relevanz: Die Sustainable Develop­ment Goals der UNO

Heute ist man sich einig, dass finanzielle und nicht-finanzielle Renditen nicht zwangsläufig einen Zielkonflikt darstellen. Eine Anlage kann sozial oder ökologisch etwas bewirken und gleichzeitig finanziell attraktiv sein. Mit der Agenda 2030 und den Sustainable Development Goals (SDGs) haben die Vereinten Nationen zudem politisch ein Zeichen gesetzt. Ihre Ziele für eine nachhaltige Entwicklung machen deutlich, welche Relevanz Nachhaltigkeit weltweit gewonnen hat. Und: Die globale Staatengemeinschaft ist bei der Lösung einiger der dringendsten Probleme der Welt auf die Mitwirkung der Wirtschaft angewiesen.

Greenwashing: Keine Chance gegen Transparenz

Je mehr gesellschaftliche Bedeutung Impact Investing bekommt, desto größer wird das Angebot auf dem Markt. Für Investor*innen wird es immer schwieriger, wirkungsorientierte Anlagen von solchen zu unterscheiden, die lediglich einen grünen Anstrich als Verkaufsargument nutzen. Greenwashing ist ein großes Problem beim Impact Investing. Eine gute Wahl sind Kreditinstitute, die Nachhaltigkeit und sozial-ökologische Kriterien zum Grundsatz ihrer Geschäftstätigkeit machen. Die Kreditvergabe ist bei diesen Bankhäusern transparent. Anleger*innen können so selber bewerten, wie nachhaltig ein Angebot wirklich ist. Die GLS Bank geht noch einen Schritt weiter: In ihren Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen formuliert sie nicht nur strenge Auswahl- und Ausschlusskriterien. Wer hier investiert, kann auch anhand von messbaren Faktoren die Wirksamkeit eines Investments nachvollziehen. Was noch bei der Entscheidungsfindung helfen kann: Unabhängige Organisationen wie Facing Finance mit dem Fair Finance Guide vergleichen regelmäßig Angebote von Kreditinstituten.

Crowdinvesting: Impact First für eigen­verantwortliche Investor­*innen

Impact-Investoren, für die die Wirkung an erster Stelle steht, finden im Crowdinvesting ein besonders attraktives Anlageinstrument. Bei einer Bank können Anleger zwar die Finanzierungskriterien auswählen, im Regelfall aber keinem einzelnen Wert widersprechen. Beim Crowdinvesting entscheidet jeder Investor selbst, ob die Investmentchance seinen oder ihren persönlichen Nachhaltigkeitsstandards entspricht – und setzt Kapital auch ethisch gezielt ein.

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