Crowd­investing: Risiken ein­schätzen, Chancen nutzen

Lesezeit: 6 Minuten  

Attraktive Rendite und die Möglichkeit, mit einem Investment gesellschaftlichen Mehrwert zu erzeugen: Das sind klare Argumente für Crowdinvesting. Risiken gibt es bei der „Schwarmfinanzierung“ aber wie bei jeder Anlage auch – und auf die sollten Sie vorbereitet sein.

Mit der Crowd Zukunft gestalten

Beim Crowdinvesting stellen viele Einzelpersonen Kapital zur Verfügung, damit ein spezifisches Projekt realisiert wird. Das unterscheidet diese Anlageform von anonymen Finanzmarktprodukten. Hier akzeptieren Anleger*innen durch ihre Produktwahl meist nur die Parameter, nach denen ihr Geld investiert wird. Bei der Schwarmfinanzierung entscheiden sie hingegen selber, wohin ihr Geld fließt. Als Teil der Crowd können Investor*innen aktiv einen Wandel herbeiführen – sozial, ökologisch und ökonomisch. Den Impact erleben sie dabei unmittelbar mit – über die gesamte Projektfinanzierung.

Nach­rangdarlehen als Finanzierung­sinstrument

Crowdinvesting findet in Form von Nachrangdarlehen statt. In der Regel ist ein Nachrangdarlehen ein Darlehen mit festem Zins und fester Laufzeit. Anders als bei einem gewöhnlichen Kredit gibt es allerdings keinerlei bankübliche Sicherheiten.  Ein weiterer Unterschied zu einem normalen Bankdarlehen zeigt sich im Insolvenzfall: Nachrangdarlehen werden erst bedient, wenn alle herkömmlichen – also nicht-nachrangigen – Kredite und Forderungen beglichen sind.

Spielraum durch qualifizierten Rangrücktritt

Im Rahmen von Crowdinvesting-Projekten handelt es sich zudem jeweils um Nachrangdarlehen mit einem sogenannten „qualifizierten Rangrücktritt“. Das bedeutet, dass die Ansprüche der Investoren auf Zinsen und Tilgung schon dann nicht geltend gemacht werden dürfen, wenn dadurch ein Insolvenzgrund für den Darlehensnehmer herbeigeführt werden würde. Mit anderen Worten: Der Geldabfluss wird gestoppt, wenn der Fortbestand des Unternehmens akut gefährdet ist. Das Unternehmen hat so größtmöglichen finanziellen Spielraum. Diese Flexibilität ist wichtig: Sie verhindert eine frühzeitige Insolvenz und vergrößert dadurch die Chancen, dass das Unternehmen auch in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation überlebensfähig bleibt.

Hohe Rendite als Risikoausgleich

Für den Darlehensnehmer bedeutet das qualifizierte Nachrangdarlehen eine große Verantwortung gegenüber den Darlehensgebern, denn diese tragen das unternehmerische Risiko mit – und zwar bis zum Totalausfall. Beim qualifizierten Nachrangdarlehen können Anleger bis zu 100 Prozent ihres Geldes verlieren. Eine Nachschusspflicht oder eine sonstige Haftung, die über den Betrag des eingesetzten Darlehenskapitals hinausgehen würde, besteht allerdings nicht. Wer das Risiko von qualifizierten Nachrangdarlehen in Kauf nimmt, kann sich beim Crowdinvesting über attraktive Zinsen freuen. Denn die Unsicherheit der Anlage wird mit hohen Renditen belohnt. Was Anleger auf jeden Fall bedenken sollten: Finanzielle Mittel, die man in der Zukunft sicher benötigt, eignen sich nicht für diese Art von Investment.

Absicherung durch Diversifikation

Nicht alles auf eine Karte zu setzen, macht in vielen Lebenssituationen Sinn. Auch beim Crowdinvesting sollten Anleger*innen auf Diversifizierung achten. Statt einen hohen Betrag in ein einzelnes Crowd-Projekt zu investieren, ist es empfehlenswert, in viele verschiedene Investitionsmöglichkeiten zu investieren. Die Bandbreite ist groß . Streuung wirkt nicht nur dem Verlustrisiko des einzelnen Investments entgegen. Investoren können sich auch Schritt für Schritt ihr persönliches Anlage-Portfolio aufbauen.

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