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Warum Batteriespeicher relevant sind
Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet voran. Doch Solar- und Windenergie sind volatil: Die Sonne scheint nicht nachts, und der Wind weht nicht immer dann, wenn der Strombedarf am höchsten ist. Genau hier setzen Batteriespeicher an.
Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch durch Arbitrage
Großspeicher nehmen überschüssigen Strom auf, wenn das Angebot hoch und die Preise niedrig sind (z. B. mittags bei starkem Sonnenschein), und geben ihn ab, wenn die Nachfrage steigt. Dieses Geschäftsmodell basiert auf der Arbitrage – dem Ausnutzen von Preisunterschieden am Strommarkt. Die zeitliche Verschiebung zwischen günstigem Laden und teurem Entladen wird als Phasenverschiebung bezeichnet.
Das charakteristische Betriebsmuster moderner Großspeicher zeigt dabei typischerweise zwei Zyklen:
- Morgen-Zyklus: Laden in der Nacht bei niedrigen Preisen, Entladen am Morgen wenn Haushalte und Industrie Strom brauchen
- Nachmittag/Abend-Zyklus: Laden am Mittag bei PV-Überschuss (sehr niedrige oder sogar negative Preise), Entladen am Abend wenn der Bedarf wieder steigt
Moderne Großspeicher sind häufig so konfiguriert, dass sie 1,1 bis 1,2 Vollzyklen pro Tag durchlaufen. Bei besonders attraktiven Arbitrage-Möglichkeiten kann sich dieser Wert auf etwa 2 Zyklen erhöhen. Dies entlastet die Netze und verhindert, dass Windräder oder Solaranlagen abgeregelt werden müssen.
Zusammenspiel mit neuen Erzeugungsformen (Vertikale PV)
Nicht nur Speicher, auch die Erzeugung passt sich an. Konzepte wie vertikale PV-Anlagen (z. B. an Zäunen oder in der Agri-PV) erzeugen Strom verstärkt in den Morgen- und Abendstunden, wenn die Sonne tief steht. Dies kann klassische Süddach-Anlagen sinnvoll ergänzen. Dennoch bleibt der Batteriespeicher ein wichtiger Baustein, um Erzeugungsspitzen zu glätten.
Steigender Strombedarf und Sektorenkopplung
In der Energiewende 2.0 geht es nicht mehr nur um Strom. Unsere Gesellschaft elektrifiziert sich zunehmend: Ob Wärmepumpen in Gebäuden, Elektrofahrzeuge im Verkehr oder Prozesswärme in der Industrie – der Bedarf an elektrischer Energie wird Prognosen zufolge in den kommenden Jahren deutlich steigen.
Durch die Sektorenkopplung werden die Bereiche Strom, Wärme und Mobilität intelligent vernetzt. Batteriespeicher fungieren hier als Bindeglied: Sie stellen beispielsweise den Mittagstrom am Abend für E-Ladesäulen oder den Betrieb von Wärmepumpen bereit und helfen so, eine Überlastung der Netze zu Stoßzeiten zu vermeiden.
Aktuelle Entwicklungen im Speichermarkt
Der Markt für Speichertechnologien entwickelt sich dynamisch. Aktuelle Zahlen des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) verdeutlichen dieses rasante Wachstum:
- Im Jahr 2025 wurden allein in Deutschland über 520.000 neue Batteriespeicher installiert.
- Die neu hinzugekommene Speicherkapazität lag 2025 bei rund 7,3 Gigawattstunden (GWh).
- Insgesamt waren damit Ende 2025 rund 2,4 Millionen Batteriespeicher am Netz, die zusammen eine Kapazität von mehr als 25 GWh bereitstellen.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen verbessern sich zunehmend, da die Politik erkannt hat, dass ohne Speicher die Ausbauziele für erneuerbare Energien kaum erreichbar sind. So fordert der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), dass die Kapazität bis 2030 auf 100 GWh anwachsen muss, um das Stromnetz stabil zu halten.
Mögliche Vorteile des Investierens in Batteriespeicher

Beitrag zur Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz
Mit einem Investment in Batteriespeicher fördern Anlegende direkt die Stabilität der Stromnetze. Sie ermöglichen eine höhere Integration von grünem Strom (der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch lag in den ersten drei Quartalen 2025 bereits bei 59 % ) und reduzieren den Bedarf an fossilen Kraftwerken.
Diversifikation durch unterschiedliche Ertragsmechanik
Speicherprojekte können einen Diversifikations-Effekt für das Portfolio bieten. Während Solarparks auf viel Sonne angewiesen sind (und bei einem Überangebot unter Preisverfall leiden können), basiert das Geschäftsmodell von Speichern oft auf der Ausnutzung von Preisschwankungen (Volatilität). Da ihre Erträge somit teilweise einer anderen Logik folgen als reine Erzeugungsanlagen, können sie zur Risikostreuung in einem Portfolio aus Erneuerbaren Energien beitragen.
In Batteriespeicher investieren: Überblick über Anlageformen
Für Anlegende gibt es verschiedene Wege, um in die Speicherinfrastruktur zu investieren. Sie unterscheiden sich vor allem in punkto Mitbestimmung und Risiko-Rendite-Profil. Die folgende Liste gibt einen Überblick gängiger Investitionsmöglichkeiten.
1. Mit Crowdinvesting in Speicherprojekte investieren
Beim Crowdinvesting investieren viele Anlegende gemeinsam in konkrete Großspeicherprojekte oder innovative Unternehmen, die Speicherlösungen entwickeln. Crowdinvesting erfolgt häufig über Nachrangdarlehen. Diese bieten die Chance auf höhere Zinsen, bergen aber auch ein hohes Risiko, da Anlegende im Insolvenzfall erst nach allen anderen Gläubigern bedient werden.
2. Mit Fonds in die Energiewende investieren
Nachhaltige Fonds bündeln das Kapital vieler Anlegender und investieren breit gestreut, etwa in Infrastrukturprojekte oder Unternehmen der Speicherbranche. Sie werden professionell gemanagt und bieten durch Diversifikation eine Risikostreuung im Vergleich zum Einzelinvestment. Das professionelle Management verursacht jedoch Kosten. Wichtig: Auch bei Fonds bestehen erhebliche Risiken, da weder die Wertentwicklung garantiert ist noch ein Totalverlust ausgeschlossen werden kann. Offene Fonds oder ELTIFs eignen sich insbesondere für Anlegende, die ihr Geld langfristig anlegen möchten.
3. Mit Anleihen in Speicherinfrastruktur investieren
Eine Investition mittels Anleihen (oft von Projektentwicklern im Energiebereich begeben) bietet in der Regel eine feste Rendite bei potenziell geringerem Risiko als beim Crowdinvesting, sofern Besicherungen vorliegen. Über eine Inhaberschuldverschreibung leihen Anlegende dem Unternehmen für eine bestimmte Laufzeit Geld, um etwa den Bau von Großspeichern zu finanzieren. Die Risikostruktur hängt dabei von der spezifischen Ausgestaltung der jeweiligen Anleihe ab.
4. Mit Aktien in Speichertechnologie investieren
Wer Aktien von Batterieherstellern oder Technologie-Integratoren kauft, partizipiert direkt am Unternehmenserfolg, trägt aber auch das volle unternehmerische Risiko. Aktien sind in der Regel gut handelbar, ihr Kurswert kann jedoch stark schwanken. Technologische Sprünge (z. B. neue Batteriechemie) können Marktpositionen schnell verändern. Dafür ermöglichen Aktien Mitspracherechte auf der Hauptversammlung.
Welche Investment-Option passt zu mir?
Bei allen vier Optionen ist es wichtig, sich über die persönlichen Anlageziele und die eigene Risikotragfähigkeit im Klaren zu sein. Modelle wie das magische Dreieck der Geldanlage können dabei helfen, das eigene Profil einzuordnen.
Fest steht, dass sich der Speichermarkt sehr dynamisch entwickelt. Anlegende sollten daher auch aktuelle Trends im Bereich der erneuerbaren Energien im Blick behalten, um eine fundierte, eigenverantwortliche Investitionsentscheidung zu treffen.
Risiken des Investierens in Speichertechnologien
Wie bei jeder Geldanlage gibt es auch hier Risiken:
- Technologische Risiken: Die Speichertechnologie entwickelt sich schnell weiter. Es besteht das Risiko, dass heutige Systeme durch effizientere Innovationen schneller an Wert verlieren.
- Regulatorische Unsicherheiten: Die Wirtschaftlichkeit hängt oft von Netzentgelten und politischen Rahmenbedingungen ab.
- Marktrisiken (Kannibalisierungseffekt): Sinken die Preisschwankungen am Strommarkt unerwartet stark, können die Einnahmen aus dem Stromhandel geringer ausfallen. Hier besteht ein Paradoxon: Je mehr Speicher (BESS) ans Netz gehen, desto stärker glätten sie die Preisspitzen. Dieser Wettbewerb um die Volatilität kann dazu führen, dass die Ertragsmargen pro Speicher in Zukunft sinken.
Fazit: In Batteriespeicher investieren
Investitionen in Batteriespeicher sind mehr als eine reine Geldanlage: Sie können ein Beschleuniger der Energiewende 2.0 sein. Ob durch Crowdinvesting, Anleihen oder Fonds – Anlegende können dazu beitragen, die Lücke zwischen grüner Stromerzeugung und tatsächlichem Verbrauch zu schließen. Entscheidend bleibt dabei stets, die individuellen Risiken abzuwägen und auf eine angemessene Streuung des Portfolios zu achten.
Warnhinweis: Der Erwerb dieser Finanzinstrumente ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann niedriger ausfallen.
FAQ: In Batteriespeicher investieren
BESS (Battery Energy Storage Systems) sind Batteriespeichersysteme, die Strom aus dem Netz aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben können. In der sogenannten „Energiewende 2.0“ dienen sie dazu, die schwankende Erzeugung aus Wind- und Solarenergie auszugleichen und die Netzstabilität zu unterstützen, indem sie Angebot und Nachfrage harmonisieren.
Neben dem Beitrag zur Versorgungssicherheit und dem Gelingen der Energiewende (Impact) können Speicher-Investments zur Diversifikation eines Portfolios beitragen. Da die Erlöse oft auf der Volatilität der Strompreise basieren und nicht ausschließlich von Wetterdaten abhängen, können sie eine andere Risikostruktur aufweisen als reine Erzeugungsanlagen (wie Solarparks) und so das Portfolio diversifizieren.
Das Geschäftsmodell vieler Großspeicher basiert auf der sogenannten Arbitrage am Strommarkt. Dabei wird Strom in Zeiten niedriger Preise (bei hohem Angebot) eingespeichert und in Zeiten hoher Preise (bei hoher Nachfrage) wieder ausgespeichert. Die Erlöse resultieren aus der Preisdifferenz (Spread) zwischen diesen Zeitpunkten, abzüglich der Speicherverluste und Betriebskosten.
Anlegende können über verschiedene Kapitalmarktinstrumente partizipieren, etwa über Aktien, Anleihen, Fonds oder Crowdinvesting. Grundsätzlich gilt jedoch: Jede Investition ist mit Risiken verbunden. Jede Anlageform weist ein individuelles Risikoprofil auf. Neben dem Risiko eines Totalverlusts des eingesetzten Kapitals sind hierbei insbesondere Liquiditätsrisiken (z. B. eingeschränkte Handelbarkeit), das Emittentenrisiko (Zahlungsunfähigkeit des Anbieters) sowie allgemeine Marktpreisschwankungen zu berücksichtigen.
Neben allgemeinen unternehmerischen und regulatorischen Risiken existiert das Risiko des „Kannibalisierungseffekts“. Wenn eine zunehmende Anzahl an Speichern gleichzeitig auf Marktsignale reagiert und Preisspitzen glättet, kann dies dazu führen, dass die Preisunterschiede (Spreads) am Strommarkt geringer ausfallen, was die potenziellen Erlösemöglichkeiten der Speicher reduzieren kann.
Während die Erlöse von Photovoltaik-Anlagen primär von der Sonneneinstrahlung (Wetter) abhängen, korreliert der wirtschaftliche Betrieb von Speichern stark mit der Volatilität (Schwankungsbreite) der Strompreise. Da diese Faktoren unterschiedlich getrieben sein können, weisen Speicher und Erzeugungsanlagen oft unterschiedliche Risikostrukturen auf.