1. Investieren Sie mit längeren Laufzeiten und lassen Sie Ihr Geld wirken.
Anlagen, bei denen Unternehmen sich Kapital leihen, haben eine „Laufzeit“: Das ist der Zeitraum vom Beginn einer Investition bis zur Rückzahlung. Die Laufzeit hat direkten Einfluss auf die Verfügbarkeit: Je kürzer die Laufzeit, desto schneller bekommen Investor*innen ihr Geld zurück. Manche Investments lohnen sich für den Emittenten – das Unternehmen, das das neue Wertpapier herausbringt – erst ab einer bestimmten Laufzeit. Dazu gehören vor allem auch viele Investments mit sozial-ökologischen Zielsetzungen. Denn das investierte Geld braucht Zeit, um in den jeweiligen Projekten vor Ort zielgerichtet eingesetzt zu werden. Nur so können die geplanten Investitionsziele erreicht werden – und das Unternehmen ist in der Lage, das Kapital zurückzuzahlen. Die meisten Crowdinvesting-Projekte arbeiten deshalb mit einer Laufzeit von mehreren Jahren. Wer nicht solange auf sein Geld verzichten kann, sollte eher Anlagen mit kürzeren Laufzeiten wählen.
2. Investieren Sie direkt. Dann können Sie die Verwendung Ihres Geldes transparenter nachvollziehen.
Bei Investments in einzelne Unternehmen – in Form von Anleihen oder Aktien – finden Sie Informationen zur Mittelverwendung vorab in den Anleihebedingungen oder Emissionsprospekten. Im weiteren Verlauf lässt sich der konkrete Mitteleinsatz in Jahresabschlüssen, Finanznachrichten oder Berichten von unabhängigen Organisationen nachvollziehen. Bei Fonds und ETFs – speziellen Fonds, die Indizes starr nachbilden – ist dies ungleich schwerer. Durch die hohe Risikostreuung (Diversifikation) wird Ihr Geld auf viele Unternehmen aufgeteilt. Das mindert zwar das Verlustrisiko, macht die genaue Mittelverwendung im einzelnen Unternehmen für Anlegerinnen jedoch weniger transparent. Eine verlässliche Alternative für die Risikostreuung sind aktiv gemanagte, zertifizierte Nachhaltigkeitsfonds. Hier übernehmen erfahrene Fondsmanagerinnen die gezielte Auswahl der Unternehmen. Sie stellen durch kontinuierliche Analysen sowie die Prüfung der gesetzlichen SFDR-Klassifizierung (Artikel 8 oder Artikel 9) sicher, dass strenge sozial-ökologische Kriterien konsequent eingehalten werden. Der Nachteil: Durch diesen hohen Analyseaufwand verursachen aktiv gemanagte Fonds höhere laufende Kosten als rein passive ETFs. Wie diese Auswahlprozesse genau funktionieren, erfahren Sie in unserem Spezialartikel über zertifiziert nachhaltige Fonds.
3. Je gezielter der Finanzierungszweck, desto höher das Risiko – seien Sie sich dessen bewusst.
Bei Unternehmensanleihen und Crowd-Projekten ist in den rechtlichen Dokumenten wie Anleihebedingungen festgelegt, wann und in welcher Höhe eine Rückzahlung vorgesehen ist – dies beruht jedoch auf Planannahmen und ist nicht garantiert. Denn jede Investition birgt Risiken und ist niemals vollkommen sicher. Je nach Anlageform und Projekt sind die Risiken unterschiedlich hoch. Insbesondere besteht die Möglichkeit eines Totalverlusts – beispielsweise bei einer Insolvenz während der Laufzeit, in deren Folge das investierte Geld nicht zurückgezahlt wird.Wer Wert darauf legt, die konkrete Mittelverwendung seiner Investition möglichst direkt nachvollziehen zu können und deshalb gezielt in ein einzelnes Unternehmen oder Vorhaben investiert, geht meist ein höheres Risiko ein. Die Chancen auf Rendite und Rückzahlungen hängen direkt vom wirtschaftlichen Erfolg des jeweiligen Unternehmens ab. Teilen Sie Ihr Investment auf viele Unternehmen auf, etwa durch Fonds, wird auch das Risiko gestreut – jedoch sinkt die Transparenz der Mitteleinbringung im Detail.
4. Finanzprodukte kosten. Kalkulieren Sie das mit ein.
Etwas herzustellen und zu vertreiben, verursacht immer Kosten – egal, ob es sich um ein Lebensmittel handelt oder eine Finanzanlage. Die Frage ist, wer diese Kosten trägt. So können Aktien oder Anleihen zum Beispiel mit Derivaten kombiniert und zum Paket geschnürt als neues Wertpapier angeboten werden. Die Kosten für diese „Strukturierung“ übernimmt der Emittent. Investoren, die Aktien und Anleihen kaufen, benötigen ein Depot. Das bringt häufig laufende Kosten mit sich. Auch für jede Transaktion – jeden An- und Verkauf von Wertpapieren – fallen meist Gebühren an. Diese Extra-Aufwände müssen mit einkalkuliert werden. Beim Crowdinvesting entstehen dem Anleger weder laufende noch einmalige Kosten, denn die übernimmt der Emittent.
5. Nicht alle Anlagen kann man jederzeit verkaufen. Berücksichtigen Sie das.
Für manche Anlageformen gibt es einen sogenannten „Zweitmarkt“. Anlegende kaufen dann zum Beispiel Aktien nicht direkt vom Unternehmen, sondern übernehmen Anteile von anderen Anlegern, die ihre an der Börse verkaufen. Ebenso können sie ihre eigenen Anteile vor Ende der Laufzeit zum aktuellen Preis abgeben und wieder über ihr Geld verfügen. Der Handel auf dem Zweitmarkt gibt Investoren Flexibilität. Bei neueren Investitionsarten wie dem Crowdinvesting ist ein solcher Handel noch nicht möglich. Für werteorientierte Anlegende spielt das aber oft keine Rolle. Ihnen ist die werteorientierte Ausrichtung ihres Investments wichtig. Sie stellen deshalb ihr Kapital oft langfristig zur Verfügung, um ein Unternehmen mit sozialen und ökologischen Zielsetzungen zu unterstützen.
Fazit:
Direktinvestments ermöglichen es, den gezielten Mitteleinsatz einer Geldanlage transparenter nachzuvollziehen als etwa bei breit gestreuten Fonds. Investoren, denen es wichtig ist, dass ihre Anlage mit den eigenen Wertvorstellungen übereinstimmt, können gezielt in Unternehmen oder Vorhaben investieren – zum Beispiel in Form von Aktien, Unternehmensanleihen oder Crowdinvestments. Beim Crowdinvesting ist die geplante Mittelverwendung häufig besonders konkret beschrieben, etwa durch festgelegte Finanzierungsziele.
Dennoch gilt: Ob und in welchem Umfang eine Investition tatsächlich die gewünschte sozial-ökologische Veränderung erzielt, ist nicht garantiert und hängt von vielen externen Faktoren ab. Auch bei nachvollziehbarer Mittelverwendung bleiben Unsicherheiten hinsichtlich des tatsächlichen Erfolgs der Maßnahmen bestehen – Transparenz ist ein wichtiger, aber kein automatischer Erfolgsnachweis.
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Hinweis: Der Artikel soll Ihnen unter anderem dabei helfen, die Risiken einer Geldanlage besser zu verstehen. Die Aufzählung einiger Risiken hat keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit. Beachten Sie daher bitte in jedem Fall unsere generellen Risikohinweise einschließlich unserer „Hinweise des Plattformbetreibers“ sowie die jeweiligen projektspezifischen Risikohinweise im Rahmen der einzelnen Investitionsangebote. Das Einstellen eines Projekts auf der Plattform stellt keine Investitionsempfehlung dar.
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